Montag, 24. Juli 2017

Die Silly Left und ihr Verhältnis zur Gewalt

"Ein Begriff, der das linke Gewaltverständnis von Anfang an prägt, ist «strukturelle Gewalt». Damit ist der Kapitalismus als solcher gemeint. Am Beispiel der Autonomen: Die Gewalt geht nicht vom Steine werfenden Vermummten aus. Vielmehr ist die Welt, der sich dieser junge Revolutionär ausgesetzt sieht, selbst ein Gewaltakt, mit entfesselten multinationalen Konzernen und imperialistischen Staaten, die am Fliessband Kriege, Hungersnöte und Fluchtbewegungen auslösen. Der Übergriff gegen den nur indirekt verantwortlichen, aber die Verhältnisse stabilisierenden Polizeibeamten ist eine Konsequenz der Umstände. Notwehr."  (NZZ, 20. Juli 2017)


"Gewalt komplett abzulehnen, Pazifist zu sein, ist ein ehrenwerter – und einfacher – Standpunkt, den auch viele der Protestierenden in Hamburg vertreten haben. Aber wenn ich mich in einen jungen Autonomen hineinversetze, der sieht, wie die neoliberale Politik überall in der Welt die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher macht, und der dann aus Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung einen Stein oder einen Brandsatz wirft – dann bleibt da irgendwo ein kleines Restverständnis".  (Barbara Sichtermann in einem Interview mit der taz)


Dass Leo Fischer (neues deutschland) solche Grafiken retweetet,
erstaunt mich eher weniger...


Der von der Silly Left gepriesene Leo Fischer kritisiert in der sozialistischen Zeitung neues deutschland  nicht nur jene linken Journalisten, welche die Gewaltausbrüche beim G20-Gipfel nicht schönreden wollten, nein, er bezeichnet sie sogar als "Umfaller" und droht damit, dass er sich "solche Leute" merke. "Umfaller" hat in solchen Kreisen eine ähnliche Bedeutung wie "Verräter". 
Über Leo Fischer berichtete ich bereits am 24. Juni 2017 dies:  "Die Silly Left behauptete sogar, dass Bild nur den ersten Teil der Antisemitismus-Doku zeige. Als ob Bild einen zweiten Teil bewusst zurückhalten würde. Mir kam langsam die Galle hoch, denn die ganze Diskussion um die Antisemitismus-Doku glitt immer mehr in billiges Bild-Bashing ab, das Thema Antisemitismus trat immer mehr in den Hintergrund. Bei Leo Fischer brach der Hass auf Bild voll durch: Das "Hass- und Drecksblatt" missbrauche die Antisemitismus-Doku als Feigenblatt, so der Vorwurf. Dann postete Leo Fischer mehrere Verfehlungen von Bild-Journalisten - Antisemitismus war kein Thema mehr. Plötzlich ging es der Silly Left nur noch um Rudi Dutschke und ganz pöhse Bild-Journalisten wie Björn Stritzel..."
Sebastian Bartoschek schrieb damals treffend: "Tatsächlich können sich heute einige nicht entscheiden, was wichtiger ist: Ressentiments gegen Bild oder Kritik an Antisemitismus." 

Immer wieder lassen sich bei der Silly Left, die für sich in Anspruch nimmt Die Guten zu sein, Gewaltphantasien gegen Polizei und Axel-Springer beobachten. Es ist ein aus der RAF-Zeit stammender Hass, als ein Bombenanschlag auf das Verlagsgebäude der Axel-Springer AG in Hamburg verübt worden war, als Polizisten entmenschlicht und zu Schweinen erklärt worden waren, welche man abknallen könne. Genau dieser Geist ist es, mit dem die entzückte und entrückte Silly Left heute die G20-Krawalle mit allen Mitteln verteidigt. Ganz abstrus wird es allerdings, wenn ehemalige (?) Sympathisanten der durch und durch antisemitischen RAF anderen Journalisten Antisemitismus vorwerfen.

Als ich die G20-Krawalle im Livestream verfolgte, konnte ich immer wieder beobachten, wie Polizisten einen vermummte Steinewerfer aus dem Mob ergriffen und zu Boden drückten, weil sich der "Aktivist" heftig gegen das Anlegen der Handfesseln wehrte. Von dieser Situation wurden von den anwesenden Journalisten dann viele Fotos gemacht. Leider wurde oft nicht dokumentiert, wie es zu dieser Massnahme kam, wie der Vermummte vorher Pflastersteine, Flaschen und Eisenstangen auf die Polizisten warf. Man sah in den einschlägigen Medien dann nur den am Boden liegenden, bemitleidenswerten Vermummten mit entsprechendem Text. Die Silly Left verhöhnte die verletzten Polizisten danach noch und stellte die Anzahl der Verletzten in Frage. Wie eine Desinformationskampagne bei russischen Propagandamedien nach einem Giftgasangriff in Syrien.

Die Aufarbeitung der G20-Krawalle offenbart klar einen Bruch zwischen moderaten linken Journalisten und jenen der moralisch abgehobenen, gewaltbefürwortenden Silly Left. Meines Erachtens war dieser Bruch überfällig. Für die Silly Left empfinde ich nicht einmal mehr Mitleid. Es bleibt nur noch Ekel...


Kommentare:

  1. Grosses Aufatmen in linksextremen Kreisen: Anscheinend doch keine Rechtsextreme unter den brandschatzenden und plündernden G20-Randalierern...
    https://daserste.ndr.de/panorama/aktuell/G20-Mythos-Nazi-Randalierer,gzwanzig266.html

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    1. Und du hast schon an Verschwörungstheorien geglaubt. Naja, jeder macht mal Fehler.

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    2. @Anonym
      Du irrst. Damit stellte ich der Silly Left eine Falle. Sie ist hineingetappt. Nun muss sie die Randale alleine verantworten und kann sie nicht mehr anderen in die Schuhe schieben, wie sie anfänglich wollte. Capisce?

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