Montag, 26. Dezember 2016

Die pöhse "Gedankenpolizei"

Die NachDenkSeiten teilen aus. Fast täglich. Massiv. Zuweilen hart an der Grenze der Rufschädigung. Sie schrecken selbst vor Listen mit missliebigen Journalisten nicht zurück, deren Glaubwürdigkeit "im Mark" erschüttert gehöre. Sie deuten an, dass gewisse Journalisten in den USA einer Gehirnwäsche unterzogen worden sind. Oder sie veröffentlichen interne, persönliche Mails von NachDenkSeiten-Kritikern. Sie scheuen sich nicht, selbst persönliche Daten wie Adresse und Telefonnummer zu veröffentlichen. Sie veröffentlichen sogar - wie im Fall von Kai Ruhsert - Mails eines ehemaligen Mitarbeiters, der sich Kritik an Albrecht Müllers Umgang mit Israel erlaubte. Albrecht Müller führt sich meines Erachtens bei seinen NachDenkSeiten wie ein autoritärer Grossgrundbesitzer auf.
Die NachDenkSeiten durchforsten die von ihnen gehassten Leitmedien nach jeder noch so kleinen Möglichkeit um zu "beweisen", dass Leitmedien "gleichgeschaltet" sind oder dass Journalisten "umgedreht" worden sind und die Wahrheit "manipulieren". Meiner Einschätzung nach ist die Sache ist für Albrecht Müller und Jens Berger längst zu einer zwanghaften Obsession geworden. Man könnte es meines Erachtens auch als Stalking bezeichnen. Viel lieber werben sie für die guten "alternativen" Medien wie Sputnik, RT Deutsch, Propagandaschau, Rationalgalerie, Free21 usw. Diese stellen für die NachDenkSeiten die "Gegenöffentlichkeit" dar. Mit KenFM ist Albrecht Müller sogar eine Allianz-Partnerschaft eingegangen, die der glühende "Isralefreund" Ken Jebsen im Internet stolz verkündet hatte. Albrecht Müller fühlt sich seither dazu genötigt, diese Zusammenarbeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu rechtfertigen. In den NachDenkSeiten wird oft wohlwollend auf KenFM-Videos hingewiesen.
 
Werden jedoch die NachDenkSeiten kritisiert, dann herrscht bei den NachDenkSeiten-Machern sofort Heulen und Wehklagen. Schnell wähnt man sich dann als Opfer und teilt "Denunziant", "Gedankenpolizei", "Stalker" aus.
 
Ich sehe es in Bezug auf die Sturheit des Albrecht Müller wie Philip Plickert: "Der ideologische Geisterfahrer wundert sich über den Gegenverkehr und schimpft: alles Geisterfahrer!"
 
Ich sehe es in Bezug auf die obsessive Medienverächtlichmachung des Albrecht Müller wie Peter Henkel: "Das ist ödester Stammtisch ohne jedes Augenmaß und hat mit seriöser linker Kritik an den realen Zu- und Missständen der deutschen Gesellschaft von 2014 nichts mehr zu tun. Es ist, sorry, lieber Herr Müller, paranoid.
Und nun die vermutlich erfolglose Bitte: Tun Sie was gegen diese obsessive Medienverächtlichmachung, Ihre eigene wie die unzähliger Mitbürger. Sie ist in dieser oft hasserfüllten Radikalität unbegründet und auf die Dauer hochgefährlich."
 
Ich sehe es in Bezug auf den Hass auf die USA und "die Eliten" des Albrecht Müller wie Wolfgang Lieb: "Es reicht eben m.E. nicht aus, die Welt moralisch in „Freund“ und „Feind“ aufzuteilen und die Ursache nahezu allen Übels auf der Welt „einflussreichen Kräften“ (oft in den USA) oder undurchsichtigen „finanzkräftigen Gruppen“ oder pauschal „den Eliten“ zuzuschreiben."

Albrecht Müller bei KenFM
 
 
Aber zurück zur pöhsen "Gedankenpolizei", die von Jens Berger und Albrecht Müller immer dann bemüht wird, wenn sie von mehreren Seiten kritisiert werden...
 
"Mit dieser „Erklärung“ hat die Gedankenpolizei wieder mal gewonnen. Schade. Tom, Trolls und Co. muss man ignorieren."  (Jens Berger, NachDenkSeiten und Neulandrebellen)
 
"Warum geht es mit der gesellschaftlichen Linken eigentlich nicht mehr voran? Weil sie sich oft lieber zerstreitet und spaltet statt das Notwendige zu tun, meint der Publizist und NachDenkSeiten-Herausgeber Albrecht Müller im Gespräch mit Jens Wernicke. Für besonders bedenklich hält er dabei das Agieren einiger Pseudo-Linker als „Gedankenpolizei"."  (Jens Wernicke, NachDenkSeiten)
 
"Auf diesen Begriff [Gesinnungs- und Gedankenpolizei] kam ich, weil sich in den Monaten bis zum März 2015 Mails bei mir häuften, deren Argumentationsaufbau etwa folgendermaßen aussah: Der Einstieg war immer ähnlich: ‚Sie machen eine tolle Arbeit mit den NachDenkSeiten, ich habe auch Ihre Bücher mit Gewinn gelesen. Aber: Dass Sie sich für die Friedensbewegung engagieren und dass Sie Ken Jebsen, diesem Verschwörungstheoretiker und nachgewiesenen Antisemiten ein Interview gegeben haben, das kann ich nicht verstehen. Und mit Willy Wimmer haben Sie auch geredet. Auch dass Sie immer wieder die USA kritisieren, finde ich nicht gut.‘ Usw. usf.
Ich habe ja nichts dagegen, wenn manche unserer Leser so denken, aber dass man mir vorschreiben will, was ich denke und mit wem ich Kontakt habe und spreche, das fand und finde ich zu viel des Guten. Deshalb habe ich diese Art von Mails öffentlich gemacht und dabei von Gesinnungspolizei gesprochen. Seitdem habe ich übrigens Ruhe. Ich bekomme keine verlogenen, schleimigen Mails mehr."  (Albrecht Müller, NachDenkSeiten)
 
Frage an Albrecht Müller:  "Hätten Sie da denn ein konkretes Beispiel zum Agieren der „Gesinnungspolizei“ für uns?"
"Ja, ich hatte in den NachDenkSeiten davon geschrieben, wir lebten quasi im Status einer Kolonie. [...¨]Daraufhin meldete sich ein Herbert Müller aus Berlin, wie sich dann herausstellte ein Typ, der unter dem Namen „Genova“ im Netz unterwegs ist, und andere Menschen des Antisemitismus bezichtigt. Er zitierte damals die Definition von Kolonie und bestritt, dass dies zu unserem Verhältnis zu den USA passe."  (Antwort von Albrecht Müller, NachDenkSeiten)

 
 



Gross war das Geschrei der Getroffenen, als die Otto Brenner Stiftung ihr Querfront-Arbeitspapier in Netz stellten. Albrecht Müller war mehrere Tage sprachlos, danach brach bei ihm Wut und Empörung bahn. Er, der Mitbegründer der als seriös geltenden NachDenkSeiten ein Querfröntler - nur weil er Ken Jebsen ein Interview gegeben habe? Schliesslich habe auch der Compact-Autor Willy Wimmer dem mit "grosser intellektueller Kraft und Energie" ausgestatteten Ken Jebsen ein Interview gegeben. Albrecht Müller schäumte und spie Gift und Galle gegen die Otto Brenner Stiftung, die er in seinen NachDenkSeiten bisher stets lobend erwähnte, wenn sie "etablierte Medien" aufs Korn genommen hatte.
Auch Ken Jebsen tobte. Als die Otto Brenner Stiftung das Querfront-Arbeitspapier dann offline stellten, war die Häme von Ken Jebsen gross. Auch auf Facebook und Youtube verhöhnte und beschimpfte er die Stiftung und Wolfgang Storz, den Autor. Seine Anwälte habe er eingeschaltet, prahlte Ken Jebsen, die würden es denen jetzt zeigen. Albrecht Müller triumphierte ebenso, sprach sogar von Wiedergutmachung.
Inzwischen ist das Arbeitspapier wieder online; man habe sich mit Ken Jebsen Anwälten nicht auf eine aussergerichtliche Einigung verständigen können, heisst es in der Erklärung der Otto Brenner Stiftung vom 19. Oktober 2015. Auf die Unterlassungserklärung und die Schadenersatzforderungen sei man nicht eingegangen.
Nun stellt sich mit dem Abschiedstext von Wolfgang Lieb heraus, dass alles noch viel schlimmer ist, als es die Otto Brenner Stiftung in ihrem ersten Arbeitspapier beschrieben und angedeutet hatte. Bei einem allfälligen Gerichtsverfahren gegen teure Anwälte Ken Jebsen und Albrecht Müller braucht die Otto Brenner Stiftung nun nur noch Wolfgang Lieb zu zitieren...
Also, Fans von KenFM und NachDenkSeiten: Dann spendet mal schön weiter!


 

Kommentare:

  1. Ich fürchte, jeder der die Politik des Westens kritisiert, kann sehr schnell in eine Ecke mit diesen Leute gedrängt werden. Dies ist das einzige was NachDenkSeiten bewirken.

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  2. Albrecht Müller: "Es häufen sich die Mails, in denen irgendwelche Menschen die NachDenkSeiten davor warnen, sich mit anderen Zeitgenossen sehen zu lassen. Intoleranz und Denunziantentum haben Hochkonjunktur."
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=25696

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  3. Kommentator "Bernhard Trautvetter" kommentiert auf QuerFrontSeiten:
    https://querfrontseiten.blogspot.ch/2016/12/hagalil-entlarvt-besonders-krasses.html?showComment=1482704055366#c7938507835327957915

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  4. Gute Kommentare von Sukram71 über Daniele Ganser:
    "Also, dass Dr Ganser bei seriösen Wissenschaftlern und Medien komplett unten durch ist, ist überhaupt kein Wunder. Deshalb wird der ja auch fast nur noch von KenFM interviewt, der genauso ein Scharlatan ist. ��
    Wenn ihr einen solchen Mann interviewt, dann braucht ihr euch nicht wundern, wenn sich daran Kritik festmacht und dies dann das Thema ist."

    "...Und das wird da in seriöser, wissenschaftlicher Verpackung, fast wie in einem Uni-Seminar unter die Leute gebraucht. Der ganze Vortrag ist darauf ausgelegt. Der Typ ist einfach nur ein Scharlatan."

    http://www.neulandrebellen.de/2016/12/zur-kritik-nach-dem-interview-mit-daniele-ganser-eine-klarstellung/

    Das sehe ich ganz ähnlich...

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  5. Genovas Kommentar an Jens Berger:
    "Klar, Berger: Kritik muss man ignorieren. Vor allem du, der du weder intellektuell noch charakterlich damit umgehen kannst. Und du hast Recht: du hast seinerzeit vorgemacht, dass man seine Meinung einfach um 180 wenden kann und die eigenen Fans sind so, nun ja: begrenzt und checken das nicht. Zumindest die Fans, die übrig geblieben sind.

    Wenn ich deine Lobhudeleien zu Verschwörungstheorien und Querfront lese, dann weise ich auf deine üblen Taktiken hin.

    Zu Ganser: Der macht ganze Sendungen mit Rechtsradikalen wie Michael Vogt, verbrüdert sich mit denen, aber das ist natürlich für einen Typen wie dich, Berger, kein Problem. Auf Kritik daran darf man nicht mal eingehen, klar, gell?

    Aber, wie gesagt: Das Bildzeitungsniveau deiner Leserschaft gibt dir recht: Denen kann man alles vorsetzen."

    http://www.neulandrebellen.de/2016/12/zur-kritik-nach-dem-interview-mit-daniele-ganser-eine-klarstellung/#comment-32651

    Danke, Genova. Ich sehe das ganz ähnlich.
    Genova war von Albrecht Müller mit Klarnamen und Wohnort in den NachDenkSeiten diffamiert worden.

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  6. Interessanter Kommentar auf RT Deutsch zu einem Anti-Clinton-Artikel von Rainer Rupp:
    "Mit Rainer Rupp hat RT hier echt wieder dem Bock zum Gärtner gemacht. Der hat sich doch seinerzeit freiwillig in den Dienst der größten-Wahlmanipulatoren Deutschlands - der DDR-Regierung - gestellt. Und will mir der Typ was über Wahlmanipukation erkären? Ich sage es mal so: Wenn Rupp etwas behauptet, muss man davon ausgehen, dass das Gegenteil stimmt."
    https://deutsch.rt.com/meinung/44699-postfaktische-verhalten-von-clintons-kriegspartei/

    Rainer Rupp wird auch vom NachDenkSeiten-Allianzpartner Ken Jebsen gerne genommen...

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  7. "@Mike: Sowas wie 67 kommt vor, wenn man Angriffskriege verliert. Zur Rückführung: Die Palästinenser täten gut daran, in den Ländern in denen die leben volle Integration zu geben. Sie werden ebensowenig in das Land ihrer Vorfahren zurückkehren wie die Nachkommen der Ostpreussen, der Nachkommen der von den Sowjets aus Ostpolen vertriebenen Polen, der Griechen von Smirna oder der Türken mit Wurzeln in Saloniki. Wer so etwas fordert würde die Tore der Hölle öffnen. Oder er will nur eines: Die Vernichtung Israels." (Stefan Laurin)
    http://www.ruhrbarone.de/wir-sind-gluecklicherweise-keine-zweigstelle-israels/137047#comment-1127992

    Das sehe ich ganz ähnlich.

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  8. Die Querföte >Norbert Häring bezeichnet Telepolis-Autor Tomasz Kosnicz als "einer von Deutschlands übelsten Schmierfinken"
    http://norberthaering.de/de/27-german/news/742-telepolis#weiterlesen

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    1. Ob das schon justiziabel ist..?

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