Sonntag, 27. Dezember 2015

"Mit Blut besiegelt" oder Weihnachten 1939

"Im November 2014 und im Mai 2015 verteidigte Putin den Ribbentrop-Molotow-Pakt."  (Wikipedia)
 
Viele linke und rechte Querfröntler und Putinversteher, die (berechtigte) Kritik an Hitler üben, vergessen oft, dass Hitler und Stalin einen Pakt geschlossen hatten (Hitler-Stalin-Pakt, auch Ribbentrop-Molotow-Pakt genannt), der am 24. August 1939 von Ribbentrop und Molotow im Beisein von Stalin in Moskau unterzeichnet worden war. Als Folge dieses Paktes gab es zwischen dem "Dritten Reich" und der Sowjetunion bald kein einziges Land mehr, denn alle Länder (Polen, Ukraine, Ungarn, Rumänien, Litauen usw.) waren zwischen den beiden Parteien aufgeteilt worden.
 
Der Journalist und Russlandkenner Boris Reitschuster veröffentlichte gestern ein Dokument vom 25. Dezember 1939, in welchem Stalin seinen Paktpartnern Hitler und Ribbentrop Glückwünsche übermittelt und eine lange Freundschaft zwischen den Völkern Nazi-Deutschlands und Stalins Sowjetunion - "mit Blut besiegelt" - beschwört.



„An das Oberhaupt des deutschen Staates Herrn Adolf Hitler. Ich bitte Sie, meine Dankbarkeit für Ihre Glückwünsche anzunehmen, sowie meine Verbundenheit für Ihre guten Wünsche für die Völker der Sowjetunion.“   I. Stalin
...

„An den Außenminister Deutschlands Herrn Joachim von Ribbentrop. Ich danke Ihnen, Herr Minister, für die Glückwünsche. Die Freundschaft zwischen den Völkern Deutschlands und der Sowjetunion, die mit Blut besiegelt ist, hat alle Grundlagen, lange und fest zu sein.“   I. Stalin

"Die sowjetische Propaganda war damals antifaschistisch, Hitler wurde aber seit dem Hitler-Stalin-Pakt nicht mehr als Faschist betrachtet."  (Boris Reitschuster)
 
Diese Glückwunsche  und Freundschaftsbeweise von Stalin an Hitler und Ribbentrop zu Weihnachten 1939 erfolgten also:
- 4 Monate nach Hitlers Überfall auf Polen (1. September 1939)
- 3,5 Monate nach Stalins Überfall auf Polen (17. September 1939)
- 1 Monat nach Stalins Überfall auf Finnland (30. November 1939)
- 13 Jahre nach Hitlers "Mein Kampf", den er als Gegenentwurf zum Marxismus verstanden wissen wollte
- wenige Monate vor Hitlers Angriff auf Dänemark und Norwegen
- wenige Monate vor Hitlers Westfeldzug
 
 
Nachtwolf-Anführer Saldostanow neben Stalin-Portrait.
 
 
Wikipedia: "Seit 2009 pflegen Saldostanow und Putin ein gutes Verhältnis. Im Juli 2012 ließ Putin den damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch vier Stunden warten, um mit den Nachtwölfen über die Straßen der Krim zu fahren. Für seine „patriotischen Verdienste” um Russland hat Putin Saldostanow im Februar 2013 eine Ehrenmedaille verliehen. Im Gegenzug lobte Saldostanow Putin öffentlich für dessen Bemühungen, Russlands alte Größe wiederherzustellen.
[...] In einem Interview in der Rheinischen Post bezeichnet er den Westen als Satan und nannte Stalin als Idol und „unübertroffenen Führer“, für den die Väter Russlands wie Jesus Christus in den Tod gegangen sei."
[...]"Es muss Schluss damit sein, Stalin mit Dreck zu überhäufen." (Saldostanow)
 
Auch Vertreter der Linkspartei (Diether Dehm und Alexander S. Neu) begrüssten die Nachtwölfe anlässlich ihres Besuches des Ehrenmals der Gefallenen der Roten Armee:
"Die Fahne der Sowjetunion ist oft zu sehen und die von Neurussland, jenem Staat, den Separatisten gerne auf dem Gebiet der Ukraine errichten würden. Der Übergang zwischen Erinnerung, Stolz, Patriotismus und Großmachtstreben ist fließend.Auch einige Abgeordnete der Linkspartei sind gekommen. Sie sind erst etwas scheu, als sie die Rocker erblicken. Alexander Neu und Diether Dehm fassen sich dann aber doch ein Herz, stellen sich neben die Motorradgang und lassen sich fotografieren. Die Rocker kümmert das nicht weiter..." (Quelle)
 

Kommentare:

  1. Diether Dehm ist, wie auch Albrecht Müller (NachDenkSeiten) und Konstantin Wecker, weltnetz.tv-Mitbegründer...

    AntwortenLöschen
  2. Diether Dehm und Alexander S. Neu neben Nachtwölfen:
    https://twitter.com/CHerwartz/status/597018057282727937

    AntwortenLöschen
  3. Ken Jebsen (Albrecht Müllers Allianz-Partner) behauptet im neuen Video bei Minute 12:02, dass der Dollar "völlig wertlos" sei...
    https://www.youtube.com/watch?v=BE5U19JYrKI&feature=youtu.be

    AntwortenLöschen
  4. Ken Jebsen (Albrecht Müllers Allianz-Partner) empfiehlt das NachDenkSeiten-Jahrbuch von Albrecht Müller und W. Lieb:
    https://twitter.com/HuessyAndre/status/681092323489505281

    AntwortenLöschen
  5. Das NachDenkSeiten-nahe Hetz-Blog "Propagandaschau" informiert:
    "Kurzer Zwischenstand Samstag 26.12.2015 17.00 Uhr:
    Es ist ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz der “Maulhure 2015”! Bei den Aufklärern führt ein Favorit, aber es gibt durchaus Überraschungen auf den Plätzen."

    https://propagandaschau.wordpress.com/2015/12/24/die-wahl-hat-begonnen-aufklaerer-des-jahres-2015-maulhure-des-jahres-2015/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Jürgen Elsässer wird dort übrigens als "Aufklärer des Jahres" gelistet. Aufklärer sind gemäss Propagandaschau die Guten...

      Löschen
    2. Mein Gespräch mit dem DLF- und WDR-Redakteur Udo Stiehl...
      https://twitter.com/HuessyAndre/status/681101997311954944

      Löschen
  6. "Einen Kranken zu transportieren, sagt Dr. Abdelaziz bitter, sei für das Assad-Regime „ein Verbrechen“."
    http://taz.de/!5260512/

    AntwortenLöschen
  7. Das Neuste aus der Wikipedia-Diskussion um Kritik an den NachDenkSeiten:
    "Hallo, ich muß leider auch feststellen, dass es hier an Kritik der "NachDenkSeiten" mangelt, als ich diesen Wiki Artikel vor einiger Zeit aufgerufen habe, war ich einigermaßen überrascht wie positiv dieser Artikel die "NachDenkSeiten" erscheinen läßt. Das ist jetzt schon etwas besser geworden, trotzdem vermisse ich einen Abschnitt "Kritik" momentan ist die Kritik eher ein bißchen "versteckt" zwischen den verschieden Rubriken zu finden, zum einen unter "Geschichte" wo auf den Ausstieg von Wolfgang Lieb hingewiesen wird und zum anderen unter "Rezeption" wo ein Artikel von Jakob Augstein aufgelistet wird. Als geneigter Leser entsteht hier der Eindruck, das es sehr wenig Kritik an den "NachDenkSeiten" gibt [...]
    Die Kritik darf man also erst einmal sozusagen -suchen. Meiner Meinung nach sollte man das deutlicher herausstellen. Es gibt hier noch einen Artikel in der "TAZ" in welchem auch die mehr als zweifelhaften Auftritte bei "KenFM" thematisiert werden. Mein Vorschlag wäre, im Interesse der Übersichtlichkeit, einen Abschnitt "Kritik" einzuführen, damit das etwas deutlicher wird und nicht zwischen den anderen Rubriken gesucht werden muß.--Knackpunkt (Diskussion) 12:48, 25. Dez. 2015 (CET)"

    https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:NachDenkSeiten

    AntwortenLöschen
  8. Querfront-Sahra ist fast nichts zu dehmlich...
    "Sahra Wagenknecht hat die Luftangriffe in Syrien mit den Terroranschlägen des IS in Paris gleichgesetzt."
    http://www.tagesspiegel.de/politik/kampf-gegen-den-is-sahra-wagenknecht-vergleicht-luftangriffe-in-syrien-mit-terroranschlaegen-in-paris/12768650.html

    AntwortenLöschen