Dienstag, 22. Dezember 2015

Albrecht Müller: Lob für Jakob Augstein, Tadel für Wolfgang Storz und Klaus Staeck

Die neuste Querfront-Kolumne von Jakob Augstein nimmt Albrecht Müller zum Anlass, um Wolfgang Storz (Otto Brenner-Stiftung) und Klaus Staeck zu attackieren.
 
Bereits vor einem Monat arbeitete sich Albrecht Müller am Grafiker Klaus Staeck ab und warf ihm Nibelungentreue gegenüber der SPD und Attacken gegen die "Gegenöffentlichkeit" vor:
 
"Klaus Staeck, diese wichtige kritische Kraft, fiel dann mit Beginn der Kanzlerschaft Gerhard Schröders und insbesondere mit der Erfindung und Einführung der Agenda 2010 aus. In Nibelungentreue vermied er jede Kritik an der SPD. Ähnlich wie er hat sich auch Günter Grass verhalten, und letztlich auch Erhard Eppler.
[...]
Klaus Staeck ist jetzt den Reihen jener beigetreten, die die Medienlage beschönigen und jene attackieren, die sich um den Aufbau einer Gegenöffentlichkeit bemühen. In seiner Kolumne für die Frankfurter Rundschau vom 19.11.2015 beklagt er, in den NachDenkSeiten würde zum „Kampf gegen die Herrschenden und gegen die Medien aufgerufen – ein Weg in die politische Resignation“. Haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, den Eindruck, wir hätten resigniert?
[...]
Klaus Staeck hat seinen ursprünglichen kritischen Biss verloren und fügt sich ansonsten in die Kampagne jener ein, die eine „Querfront“ konstruieren, um wirklich kritische fortschrittliche Medien nieder zu machen.
Sein Verhalten passt in das Bild der erkennbaren Strategie: es werden als links oder linksliberal geltende Einrichtungen und Personen wie die Heinrich-Böll-Stiftung, die Otto Brenner Stiftung, die Sendung ZAPP, Wolfgang Lieb und jetzt auch Klaus Staeck benutzt, um die „Linke“ zu spalten, jedenfalls ihre Wirkung zu verringern.
Einer der angewandten Tricks  entspricht einer alten Methode der Meinungsmache: „Haltet den Dieb“. Man unterstellt anderen, im konkreten Fall den NachDenkSeiten, sie hätten sich verändert, und verdeckt damit, dass man sich selbst gravierend verändert hat: vom Kritiker zum Beschöniger.
Wer für Klaus Staeck dazu noch Belege braucht, sollte auf seine Webseite gehen und dort die Postkarten bis zum Jahr 2015 aufrufen."  (Albrecht Müller, 22. Dezember 2015)
 
Es ist interessant, wenn Albrecht Müller heute Partei für Jakob Augstein ergreift, nur weil dieser keine Querfront sehen will. Es war nämlich Jakob Augstein, der Albrecht Müller vorwarf, "unseriös" zu arbeiten und mehr "seinen eigenen Vorurteilen als seriösem Erkenntnisinteresse" zu folgen...


 
Leseempfehlung:  "Der Journalismus hat viel zu verlieren" (von Klaus Staeck)
 

Kommentare:

  1. Albrecht Müller zitiert in den NachDenkSeiten noch diesen Leserbrief:
    "Anmerkung JK: Es ist interessant, dass auch der Spiegel wiederum auf das Pamphlet „Querfront – Karriere eines politisch-publizistischen Netzwerks“ des ehemaligen Chefredakteurs der Frankfurter Rundschau, Wolfgang Storz, referenziert, wenn es um den Beleg einer angeblich existierenden „Querfront“ geht. Storz‘ Machwerk kann als Initialzündung für die Querfrontkampagne der „Qualitätsmedien“ gelten, mit der, wie Augstein richtig analysiert, man glaubt nun die universelle Waffe gegen jede Kritik an den bestehenden ökonomischen und sozialen Verhältnissen gefunden zu haben."
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=29674#h03

    Tenor: Es gibt keine Querfront. Storz ist schuld, dass die NachDenkSeiten in der Kritik stehen.

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  2. Beide - Albrecht Müller und Klaus Staeck - sind 1938 geboren.

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  3. Albrecht Müller am 25. November 20145:
    "Soweit der Politikchef und stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“. Man muss ihm für diese Offenheit dankbar sein. Jedenfalls beschreibt er die Situation besser und ehrlicher als zum Beispiel der Grafiker Klaus Staeck, der ohne Hinterfragen von „anspruchsvollem Journalismus“ schreibt und meint, „Wir müssen verhindern, dass das Vertrauen in den anspruchsvollen Journalismus weiter schwindet.“ Siehe dazu NachDenkSeiten vom 23. November.– Dass ich Bernd Ulrich einmal positiv mit Klaus Staeck vergleichen müsste, kam bisher in den schlechtesten Träume nicht vor."
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=28997

    Tja, immer diese Albträume...

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